Krankheiten Erdäpfel mittelfrüh reifend
Vorkommende Krankheiten und Schädlinge bei Erdäpfel mittelfrüh reifend mit akuten und vorbeugenden Maßnahmen.
Pflanzen-Gesundheit
Allgemein hängt die Gesundheit von Pflanzen von einer Reihe von Faktoren ab, wie einem aktiven Bodenleben, den zur Verfügung stehenden Nährstoffen, Kompost und Wasser, den kleinklimatischen Verhältnissen, die Pflege von Erdäpfel mittelfrüh reifend inkl. Mulchen. Wichtige Unterstützung bieten Beipflanzungen und die Mischkultur. Siehe auch Anbau Erdäpfel mittelfrüh reifend.
Beipflanzung
Beifuß
(gegen Erdäpfelkäfer),
Holler
(gegen Erdäpfelkäfer),
Koriander
(gegen Erdäpfelkäfer),
Kümmel
(gutes Aroma),
Löwenzahn
(gegen Erdäpfelkäfer),
Meerrettich
(locken Schnecken an, können dort eingesammelt werden),
Merrettich
(gegen Erdäpfelkäfer),
Rainfarn
(gegen Erdäpfelkäfer),
Rettich
(Ölrettich gegen Nematoden, nur resistente Sorten),
Ringelblumen
(gegen Nematoden (Wurzelälchen), erhöht den Ernteertrag, fördert die Bodengesundheit),
Senf
(gegen Nematoden, nur resistente Sorten),
Stechapfel
(gegen Erdäpfelkäfer),
Tagetes
(gegen weiße Fliege, Tagetes patula gegen Nematoden)
Drahtwürmer
Käferlarven
vorbeugende Maßnahmen
- angeschnittene, alte Kartoffeln 2 – 3 Wochen vorher vergraben. Käferlarven sammeln sich dort, mit Knollen entfernen.
Dürrfleckenkrankheit
Alternaria genannt. Pilzerkrankung, zählt zu Schwärzepilzen. Konzentrische Ringe an Blättern.
Sprühfleckenkrankheit an Blättern. - Hartfäule an Knollen (dunkle, eingesunken Flecken mit wulstigen Rändern, stark vom gesunden Gewebe abgesetzt, entsteht meist bei Lagerung, wenn Kartoffelschale verletzt, radiale Faltung der Schale)
vorbeugende Maßnahmen
- Schwächung durch Austrocknung, leichte Böden, Nährstoffmangel vorbeugen, Blattläuse vermeiden
- robuste Sorten gegen Alternaria auswählen
- ausgereifte Knollen bei trockenem Boden ernten
- Haut sollte nicht beschädigt sein, sonst sofort aufbrauchen
- aussortierte Knollen nicht auf Feld lassen
- gute Luftzirkulation
Erdäpfelkäfer
fressen Erdäpfel-Blätter, bis 3 Generationen
akute Maßnahmen
- orange Eigelage auf Blattunterseite vernichten
- Erdäpfelkäfer + Larven absammeln und vernichten, gelbe Eier auf Blattunterseite: Blatt oder Teil davon abreissen und von Erdäpfelpflanzen entfernt ablegen (sind ohne Blätter nicht überlebensfähig)
- ähterisches Fenchel-Öl: 20 Tropfen äth. Öl + 1 l Wasser + 5 Tropen Spülmittel oder erbsengroße Schmierseife + 1 TL feine Tonerde)
- Sulfuricum in hoher Potenz mit je 1 Spritzstoß auf Pflanze und Erde
vorbeugende Maßnahmen
- nicht überdüngen
- Nützlinge fördern: Vögel + Kröten
- Mineralstoffe, insbes. Magnesium den Boden zuführen (Gesteinsmehl)
- Beipflanzung Löwenzahn, Koriander, Merrettich, Rainfarn, Stechapfel, Paradeiser, Holler, Beifuß, Ringelblumen, Basilikum, Buchweizen.
Erdäpfelschorf
Dunkle, schorfige Stellen auf Knollen. Bei trockenen, bzw. stark kalkhältigen Böden.
vorbeugende Maßnahmen
- nicht kalken, guter Humus, bei sandigen Böden für genügend Feuchtigkeit
Falscher Mehltau
Bei feuchtem und kaltem Wetter. Blattoberseite: gelbe → braune Flecken. Blattunterseite: graues Pilzmyzel, weiß-grauer Belag. Blätter vergilben.
akute Maßnahmen
- befallene Pflanzen kompostieren
- bei Ende der Vegetationsperiode keine Maßnahmen notwendig
- Spritzen mit verdünnter Milch, verdünnten Apfelessig → verändert PH-Wert und erschwert Pilzwachstum
- Pflanzen ausdünnen -> Blätter trocknen leichter
- ähterische Öle: Oregano, Bohnenkraut. 20 Tropfen + 1 l Wasser + 5 Tropen Spülmittel oder erbsengroße Schmierseife + 1 TL feine Tonerde
vorbeugende Maßnahmen
- Brennesseljauche statt Stickstoffdüngung, Ackerschachtelhalm, Gesteinsmehl streuen, Neem
- lüften bei Vliesabdeckung / Glashaus
- tolerante Sorten anbauen
- mehr Abstand beim Pflanzen lassen -> Blätter trocknen leichter
Grünes Heupferd
Grüner, 28 - 42 mm langer Heuhüpfer. Kann auch fliegen. Frisst u. a. Kartoffelblüten, was zu keiner Verminderung der Kartoffelernte führt. Kein Schädling, da er auch räuberische Insekten und Larven frisst.
Kein Schädling.
Krautfäule / Knollenfäule
Pilz. Braune Flecken wandern von Blatträndern hinein. Blatt-Innenseite: weißer Pilzrasen. Blätter braungrau, sterben ab. Stengel: braune Flecken → schwarz → knicken um. Knollen: graue Flecken, Fleisch dunkel → ungenießbar, matschig.
akute Maßnahmen
- Pflanzen ziehen und auf Sondermüll, Knollen 2 – 3 Wochen noch im Boden belassen
- ähterisches Thymian-Öl: 20 Tropfen äth. Öl + 1 l Wasser + 5 Tropen Spülmittel oder erbsengroße Schmierseife + 1 TL feine Tonerde)
vorbeugende Maßnahmen
- Zwiebelschalenjauche alle 2-3 Wochen sprühen. 20g Zwiebelschalen 5 Tage in 1 l stehen lassen. 3-5x mit Wasser verdünnen.
- nicht überdüngen, nicht mit Stickstoff. Besser Brennesseljauche.
- Nur wenn ausgegeizt wird: Hefe in Boden bei Pflanzung einarbeiten. Damit werden Schnittstellen besetzt und wird Knollenfäule damit hintangehalten.
- homöopathisch in hoher Dosierung Psorinum: wöchentlich Stoß mit Spritze auf Pflanze und Boden während der ganzen Saison (Reduktion um 70 %)
- Erdäpfeln so früh wie möglich anbauen
Nematoden
befallen Wurzeln, Laub verfärbt sich, Bildung von Wurzelgallen
akute Maßnahmen
- befallene Pflanzen beseitigen, nicht kompostieren
- mehrmonative Schwarzbrache (kein Anbau) für mehrere Monate
vorbeugende Maßnahmen
- Beiplanzung von Tagetes patula
- Fruchtfolge einhalten
- regelmäßig kompostieren, auf gesundes Bodenleben achten
- resistente Sorten verwenden
- Beipflanzung resistente Senf + Ölrettich
Schorf
Verkrustete, vertrocknete Absonderungen. Korkrissige Flecken. Insbesondere Kartoffelschorf.
vorbeugende Maßnahmen
- Knoblauch, Schnittlauch anbauen
Viruserkrankungen
Blätter verformen sich, werden gelblich. Übertragung durch Blattläuse.
akute Maßnahmen
- Knollen ausgraben und auf Sondermüll
Wildschweine
Lieben Kartoffeln, Topinambur, Mais, Hülsenfrüchte, Getreide und diverse Feldfrüchte. Essen aber auch Schnecken, Engerlinge, Mäuse, Aas, Abfälle! Können Schweinepest, Schweinegrippe, Tollwut und Strahlenbelastung haben. In milden Winter Steigerung der Population um 300%! Keine natürlichen Feinde bei uns: Wolf, Luchs, Bär.
vorbeugende Maßnahmen
- Anbau: kein Mais direkt beim Wald, mind. 5 m breiter Streifen mit niedrigem Bewuchs
- Zaun: Elektrozaun in 20, 40 + 60 cm Höhe oder Zaun mit Betonsockel oder Zaun 40 - 50 cm tief eingegraben, mindestens 150 cm hoch! Tiere springen hoch und untergraben sonst den Zaun.
- organischer, flüssiger Stickstoff-Kali (NK) - Dünger
- biologisch hergestellter Elementarschwefel (Schwefal) flüssig
- akustisch: Schussgeräusche, lautes Radio, Pieptöne, Wildschweinrotte mit Zeitschaltuhr. Schnelle Gewöhnung, besser mit Kombination optischer Maßnahmen.
- optisch: Aluminiumstreifen, bläuliches Licht. Abstand 2-4 m auf 1/2 m Höhe über über den Acker. Schnelle Gewöhnung, daher Kombination mit akustischen Maßnahmen besser.
- Dufstoffe: Buttersäure, Menschenschweiß (Hukinol, Hukibomb) - extrem starker Geruch! Duftstoffe Bar + Wolf: Biotec Wildsperre, Granulat Wildgranix. Kornitol Rot, Porocol (Buttersäure + Menschenduft). Nach Regen Erneuerung notwendig, falls nicht regengeschützt.
- Fraßköder: abschreckende Wirkung nach Futteraufnahme. Repellowit, Repelan.
- Menschenhaare vom Frisör. Alle 14 Tage auf gesamte Fläche streuen. Schnelle Gewöhnung -> Kombination mit anderen Geruchsstoffen.
- Wildäsungsflächen sollen Tiere im Wald halten. Buchweizen, Ackerbohne, Schwarzhafer, Futterkohl, Raps, Erbsen, Süßlupinen, Fenchel. Soll früher erntereif sein als am Feld.
- Ablenkungsfütterung: Tiere möglichst lange mit Futtersuche im Wald beschäftigen -> großflächige (>1ha) + dünne Verstreuung, mehrere Anlagen mit Maiskörneer, Kartoffelstauden, angefaulte Kartoffeln.